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Verantwortlich:

Labordiagnostik

Labordiagnostik in der Neurologie

Die Labors für Liquordiagnostik, Neuroimmunologie und Klinische Neurochemie der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg bieten ein umfangreiches Analysenspektrum an.

Leistungsspektrum des Liquorlabors

Die Notfalldiagnostik ist rund um die Uhr gewährleistet und beinhaltet:

  • Visuelle Beurteilung
  • Zellzählung und bei Bedarf „Vordifferenzierung“
  • Gesamtprotein
  • Lactat
  • Glucose

Die  Basisdiagnostik erfolgt im Anschluss an die „Notfalldiagnostik“ und umfasst:

  • Albumin in Liquor und Serum
  • Immunglobuline (G, A, M) in Liquor und Serum
  • Beurteilung der Schrankenfunktion und einer evtl. intrathekalen Immunglobulinsynthese an Hand des sog. Reiber-Diagramms
  • Oligoklonale Banden (isoelektrische Fokussierung, IEF) bei V. a. entzündliche Erkrankungen
  • Differenzialzellbild (morphologische Differenzierung nach Pappenheim-Färbung)

Spezialdiagnostik bei besonderen klinischen Fragestellungen:

  • Tau, pTau, Aß-1-42 (Demenzdiagnostik)
  • ß-trace-Protein zum Nachweis von Liquor in Sekreten (24 h Service/Analytik)
  • ß2-Mikroglobulin (Meningeosis leucaemica und lymphomatosa)
  • Angiotensin Converting Enzyme (ACE) (Neurosarkoidose)
  • Immunzytochemie zur Einordnung von Tumorzellen und Bestimmung von Lymphozytensubpopulationen. Die für die Immunzytochemie benötigten Präparate werden im Liquorlabor angefertigt und an das Neuropathologische Institut zur Befundung weitergeleitet.

Neurochemisch-Neuroimmunologische Diagnostik

bei Neuromuskulären Transmissionstörungen  und entzündlichen Neuropathien.

Folgende Parameter können angefordert werden:

Bei V. a. Neuromuskuläre Transmissionsstörung

  • Myasthenia gravis :
    • Autoantikörper gegen den Acetylcholin-Rezeptor (AChR-Ak)
    • Autoantikörper gegen die Muskel-spezifische Kinase (MusK-Ak)
  • Thymom: Autoantikörper gegen Titin
  • Lambert-Eaton-Syndrom (teilweise paraneoplastisch): Autoantikörper gegen den P/Q Calcium-Kanal (VGCC = voltage gated calcium channel)

Bei V. a. entzündliche PNP

  • Guillain-Barré-Syndrom, CIDP, Motoneuronopathie mit Leitungsblock Autoantikörper gegen das Gangliosid GM1 (GM1-Ak) (diagnostische Aussagekraft allerdings begrenzt)
  • Miller–Fisher-Syndrom: Autoantikörper gegen das Gangliosid GQ1b (hohe diagnostische Relevanz; GQ1b-Ak).

Mikrobiologische, serologische und virologische Untersuchungen

(incl. Bestimmung von Antikörper-Indizes) werden in den Instituten für Hygiene und Mikrobiologie bzw. Virologie und Immunbiologie durchgeführt. Die Ergebnisse werden dann in einen integrierten Laborbefund aufgenommen.

Benötigtes Untersuchungsmaterial

Für die Notfalldiagnostik: 2 ml Liquor (Polystyrolröhrchen)
 
Für die Basisdiagnostik: 5 ml Liquor (Polystyrolröhrchen)
+ 1 Serummonovette
 
Für die Spezialdiagnostik werden zusätzlich benötigt: Demenzdiagnostik:
2 ml Liquor in Polypropylenröhrchen


ACE im Serum:
1 Serummonovette
 
     
Für die Mikrobiologie:
Erregernachweis
Bakterien-Standard inkl. Pilze und Eubakterien-PCR:
8 ml Liquor


M. tuberculosis inkl. PCR:
10 ml Liquor
(Lagerbedingungen bei maximaler Lagerdauer über Nacht: Nativliquor bei Raumtemperatur lagern. Nur wenn sich eine längere Lagerdauer (z.B. über das Wochenende) nicht vermeiden lässt, Blutkulturflaschen (aerob und anaerob) beimpfen.)
Borrelien-Antikörper
1 ml Liquor, 1 Serummonovette  
     
Für die Virologie: 1 ml Liquor, 1 Serummonovette
 
Für die Medizinische Klinik II: FACS-Analyse bei V. a. Lymphom
Mindestens 1 ml Nativliquor (ungekühlt).
Muss am Abnahmetag analysiert werden. Mindestzellzahl für die FACS-Analyse: 3/µl
Neuropathologische Begutachtung
(inkl. Immunzytochemie):
5 ml frischer Liquor  

Probentransport und Lagerungsbedingungen

Der gewonnene Liquor muss schnellstmöglich (ungekühlt) in das Labor transportiert werden. Liquorzellen zeigen bereits schon 2 Stunden nach der Punktion signifikante Alterungserscheinungen. Ein zu langer Transport gefährdet daher die korrekte Bestimmung der Zellzahl sowie die sichere morphologische Beurteilung des Liquorzellbildes.
Für alle klinisch-chemischen, serologischen und immunologischen Untersuchungen sollte der Liquor, wenn er nicht sofort ins Labor gebracht werden kann, bevorzugt bei +4°C - +8°C transportiert bzw. gelagert werden.

Zusätzliche Anforderung bei Entnahme ventrikulären Liquors aus Drainagesystemen (EVD)

Die ca. 2 ml Liquor zwischen Ventrikelkatheterspitze und Abnahmestelle befinden sich z. T. über einen längeren Zeitraum (abhängig von der Drainagemenge/h) außerhalb des Ventrikels und können Veränderungen erfahren haben, die u.U. die Analysenergebnisse verfälschen. Wenn möglich sollte dieses Volumen abgezogen und verworfen werden.

Allgemeine Informationen über das Labor

Das Liquorlabor ist von der Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie e.V. (DGLN) zertifiziert und als Ausbildungslabor anerkannt.
Es erfolgen regelmäßige externe Qualitätskontrollen (Ringversuche) nach den Richtlinien der Bundesärztekammer (RiLiBÄK) und im Bereich der dadurch nicht abgedeckten Spezialuntersuchungen freiwillige Qualitätskontrollen auf europäischer Ebene.