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Verantwortlich:

Ambulanz für seltene Gedächtnisstörungen

Abbildung 1
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Unsere Ziele 

Im Vergleich zu häufigen Demenzformen wie der Alzheimer Erkrankung oder einer Gefäßdemenz beruhen ca. 15-20 % aller Fälle auf einer seltenen Demenzursache.

Das Angebot dieser Spezialsprechstunde richtet sich an ausgewählte Patienten, die z.B. ungewöhnlich jung (vor dem 55. Lebensjahr) oder ungewöhnlich rasch Hirnleistungsstörungen entwickeln. Die Hirnleistungsstörungen können dabei über reine Gedächtnisprobleme hinausgehen und weitere kognitive Funktionen wie  Orientierung, Lernfähigkeit, Sprache, Rechnen, Handlungsplanung oder Urteilsvermögen umfassen. Darüber hinaus richtet sich das Angebot an Patienten, bei denen bisher neurologische Symptome klinisch im Vordergrund standen wie z.B. Parkinsonbeschwerden, Muskelschwund (ALS), Zittern oder eine Bewegungsunruhe und die erst im Verlauf ihrer Erkrankung zunehmend Gedächtnisstörungen entwickeln. Bei diesen Patienten könnte eine Verlaufsuntersuchung sinnvoll sein.

Seltene Gedächtnisstörungen sind häufig unterdiagnostiziert und werden erst spät oder gar nicht erkannt. Dabei stehen für einige Erkrankungen Therapieangebote zur Verfügung, die den Verlauf günstig beeinflussen oder sogar die Erkrankung heilen können. Während für klassische Demenzformen wie die Alzheimer Erkrankung bereits etablierte ambulante und stationäre Versorgungsangebote existieren, möchte die Ambulanz für seltene Gedächtnisstörungen ein zusätzliches Angebot in der Region Franken schaffen, um ausgewählte Patienten mit seltenen Hirnleistungsstörungen oder untypischer Präsentation zu behandeln.

Terminvereinbarung

Frau Bonic  Mo - Do ab 13:30
Telefon:      0931-201-23768


Rezeptanforderung: NI_amb@ukw.de

Die Sprechstunde findet regelmäßig einmal wöchentlich
am Donnerstag oder nach besonderer Vereinbarung statt.

Was soll ich in die Ambulanz mitbringen?

• eine Überweisung Ihres behandelnden Neurologen oder Psychiaters
• alle relevanten ärztlichen Vorberichte
• eine Auflistung der jetzt und in der Vergangenheit angewendeten Medikamente
• kernspintomographische (MRT) und / oder computertomographische (CT) Voraufnahmen
   (am besten auf CD-ROM)
• eventuell einen Merkzettel mit Ihren persönlichen Fragen

Welche Erkrankungen werden behandelt?

Zu den seltenen Ursachen von Gedächtnisstörungen gehören z.B. ein Parkinson-Demenz-Komplex, Lewy-Körper-Erkrankung, atypische Parkinsonsyndrome wie Corticobasales Syndrom oder Progressive supranukleare Blickparese (PSP), ALS-Demenz-Komplex, familiäre Alzheimer Erkrankung mit frühem Beginn, Posteriore kortikale Atrophie, Frontotemporale Lobärdegeneration, Primäre nicht-flüssige Aphasie, Semantische Demenz, Adrenoleukodystrohpie, Down-Syndrom, Niemann-Pick Typ C oder Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung.

Was erwartet mich in der Sprechstunde für seltene Gedächtnisstörungen?

Nach Ihrer Anmeldung in unserer Poliklinik findet ein ausführliches ärztliches Gespräch (zudem Sie gerne eine Person ihres Vertrauens, z.B.  einen Familienangehörigen, mitbringen können) sowie eine komplette neurologische Untersuchung statt. Hieran schließt sich eine strukturierte neuropsychologische Testung an. Die Ergebnisse werden im danach stattfindenden ärztlichen Abschlussgespräch mit Ihnen erörtert und ggf. ergänzende diagnostische Bausteine empfohlen. Darüber hinaus werden medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapieoptionen besprochen und ggf. über Kontakte zu Selbsthilfegruppen informiert. Bitte planen Sie für Ihren Ambulanzbesuch ca. zwei Stunden ein. Über den Besuch geht ein ausführlicher Bericht an Ihre behandelnden Ärzte.

Diagnostische Möglichkeiten

Die Ambulanz für seltene Gedächtnisstörungen bietet das gesamte Spektrum technisch-apparativer Zusatzuntersuchungen an, die zur Diagnostik seltener Gedächtnisstörungen notwendig sind. Neben Blutanalysen inkl. erregerbedingter und toxikologischer Parameter gehören eine diagnostische Lumbalpunktion, ein Elektroenzephalogramm (EEG), evozierte Potentiale, neurovaskulärer Ultraschall sowie strukturelle (MRT) und funktionelle (PET / SPECT) Aufnahmen des Gehirns dazu. Die Untersuchungen werden abhängig von der klinischen Fragestellung stufenweise durchgeführt und können teils ambulant, teils im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Ergänzend können in Kooperation mit der Humangenetik auch genetische Analysen veranlasst werden, z.B. bei familiärer Häufung. 

Neuropsychologie & Beratung:

In einer neuropsychologischen Diagnostik werden mit standardisierten Testverfahren folgende Funktionsbereiche untersucht:

Neuropsychologie

- Wahrnehmung
- Intellektuelles Leistungsniveau
- Aufmerksamkeitsleistungen
- Gedächtnisfunktionen
- Planungs- und Kontrollfunktionen
- Sprachverhalten
- Sensomotorische Leistungen und motorische Planung
- Räumlich-perzeptive und räumlich-konstruktive Leistungen
- Affektivität und Persönlichkeit

Eine umfassende Diagnostik zeigt durch die Erkrankung
resultierende alltagsrelevante Einbußen auf und ermöglicht

  • Verlaufsuntersuchungen
  • Ressourcenorientiertes therapeutisches Vorgehen
  • Einzel- und Familienberatung
  • Krankheitsverarbeitung
  • Aufzeigen von Beratungsangeboten
  • Schweregradeinteilung