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Verantwortlich:

AG Stoll

Wir verwenden die Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis (EAE) und Experimentelle Autoimmune Neuritis (EAN) als Modellsysteme für die Multiple Sklerose bzw. Polyneuritis.
Es bestehen enge Kooperationen zu den Arbeitsgruppen von PD Dr. A. Weishaupt, Frau Prof. Dr. C. Sommer und zu der an die Universität Münster gewechselten Arbeitsgruppe von Prof. Dr. H. Wiendl.

Blutplättchen und Gerinnungsfaktoren sind nicht nur für die Blutstillung unverzichtbar, sie spielen darüber hinaus als Modulatoren von Entzündungsprozessen eine bisher wenig beachtete prägende Rolle.
Wir untersuchen derzeit die funktionelle Bedeutung  von Signalmolekülen der Plättchenaktivierung und deren Interaktionen mit Immunzellen in der EAE und EAN
(in Kooperation mit Prof. Dr. B. Nieswandt, Rudolf-Virchow-Zentrum und
Lehrstuhl für vaskuläre Biologie und
Dr. D. Gailani, Vanderbilt Universität, Nashville, USA).
Eine Projektförderung besteht durch das IZKF Würzburg (Z-4/87).

Darüber hinaus soll die funktionelle Rolle des Kallikrein/Kinin-Systems und junktionaler Adhäsionsmoleküle (z. B. JAM-1) für die Blut-Hirn-Schranken (BHS) Funktion und Ödembildung in den genannten Autoimmunerkrankungen untersucht werden. Inwiefern freie Sauerstoffradikale (ROS) an der Pathogenese der EAE und EAN beteiligt sind, wird in Tieren geprüft, bei denen verschiedene NADPH Oxidase Isoformen (z. B. NOX1 und NOX4) genetisch ausgeschaltet sind.
Kooperationspartner in diesem Projekt sind
Prof. Dr. H. Schmidt, CARIM, Maastricht, Niederlande und
Prof. Dr. N. Weissmann, Justus-Liebig-University Giessen.
 
Ein weiteres zentrales Anliegen unsere Arbeitsgruppe ist die Darstellung von zellulären und molekularen Interaktionen im Nervensystem mittels Magnetresonanztomographie (MRT) am lebenden Organismus.
In den letzten Jahren ist es mittels eisenhaltiger MR-Kontrastmittel (SPIO/USPIO) gelungen, die Einwanderung von Entzündungszellen (Makrophagen) bei Modellerkrankungen des peripheren und zentralen Nervensystems
(Nervendegeneration, Schlaganfall, autoimmune Neuritis und Enzephalomyelitis)
erstmalig zu erfassen
(Bendszus und Stoll, J Neurosci, 2003;
Kleinschnitz et al., J Cereb Blood Flow Metab, 2003;
Stoll und Bendszus, Neuroscience, 2008).

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der präziseren Erfassung von Störungen der Blut-Nerven- und Blut-Hirn-Schranke (BHS).
In Zusammenarbeit mit der Entwicklungsabteilung der Bayer-Schering Pharma AG, Berlin konnten wir zeigen, dass das neue MR-Kontrastmittel Gadofluorine M dem konventionellen Kontrastmittel Gadolinium-DTPA deutlich überlegen ist, und im Experiment Prozesse wie die Nervenregeneration,
die Entstehung entzündlicher Läsionen im PNS und ZNS
und plastische Veränderungen besser abbildet
(Bendszus et al., Ann Neurol, 2005;
Bendszus et al, Brain, 2008;
Stoll, Kleinschnitz et al., J Cereb Blood Flow Metab, 2008).
Entscheidend ist dabei die Erkenntnis, dass die Störung der BHS nicht streng mit der Migration von Entzündungszellen assoziiert ist, sondern Zellen unabhängig von einer Schrankenstörung in das ZNS einwandern können (Ladewig et al.,2009).

Derzeit etablieren wir eine neue MR-Bildgebungsplattform zur Zellmarkierung und –identifizierung mit 1H/19F Spektroskopie am Ultrahochfeld-MRT in enger Zusammenarbeit mit
Prof. Dr. P. Jakob, Institut für Experimentelle Physik 5 der Universität Würzburg und
PD Dr. Flögel/Prof. Schrader (Düsseldorf).
Das interdisziplinäre Projekt wird durch das IZKF Würzburg (F-25) gefördert.