Deutsch
English
Русский

Magnetresonanz-Imaging peripherer Nervenläsionen

Die Diagnostik von Erkrankungen im PNS beruht derzeit im Wesentlichen auf klinischen Befunden, Elektroneurographie/-myographie und Nerven- und Muskelbiopsien. Während die Magnetresonanzbildgebung (MRT) einen zentralen Platz in der Diagnostik von ZNS-Erkrankungen hat, beschränkt sich im klinischen Alltag ihr Einsatz im PNS häufig auf den Ausschluss von Raumforderungen.
Die AG Schlaganfall / Neuroimaging / Neuroinflammation erprobt systematisch die Aussagekraft konventioneller MR-Sequenzen und MR-Kontrastmittel in der Evaluation klinischer Krankheitsbilder an Nerven und Muskeln. Wir konnten zeigen, dass Nervenläsionen zu charakteristischen Veränderungen im distalen Nervensegment in der T2-Wichtung führen und zu konsekutiven Veränderungen der Muskeltextur in der MRT. Dort lassen sich auch alte von frischen Läsionen differenzieren. Dieses Know-How lässt sich bereits klinisch-diagnostisch in differenzialdiagnostisch schwierigen Fällen erfolgreich nutzen (Übersicht bei Bendszus & Stoll, 2005).
Parallel entwickeln wir neue Methoden zur spezifischen Darstellung von Entzündungsprozessen (Makrophageninfiltration) (u.a. Bendszus & Stoll, 2003) und zur in-vivo-Erfassung von Degenerations- und Regenerationsprozessen. In enger Kooperation mit der Kontrastmittelentwicklung der Schering AG, Berlin ist es gelungen, diagnostisch-wertvolle Eigenschaften des neuen MR-Kontrastmittel Gadofluorine M (Gf) im PNS zu identifizieren. Gf führt zu einer Kontrastmittelaufnahme in der T1-Wichtung in geschädigten, aber nicht normalen Nervenfasern und erlaubt damit experimentell ein in-vivo-Monitoring von axonalen und demyelinisierenden PNS Erkrankungen (Bendszus et al., 2005; Wessig et al., 2007, Wessig et al., 2008).

 

Ausgewählte Literatur